Verband

Zur Geschichte des Familienverbands Feuerlein

Der Familienverband Feuerlein wurde am 29. Oktober 1933 in Stuttgart gegründet, nachdem von 1929 bis 1933 drei Treffen der Nachkommen des württembergischen Regierungsrats Carl Friedrich Feuerlein (1730 – 1808) in Stuttgart stattgefunden hatten.

Der Familienverband verfolgt gemäß seiner Satzung die Pflege des Familiensinns, die Erforschung der Familiengeschichte und die Fortführung der „Stammtafeln Feuerlein“.

Mitglied des Familienverbands können alle Abkömmlinge der „Stammeltern Feuerlein“ und die jeweiligen Ehegatten werden. Die Stammeltern sind Carl Friedrich Feuerlein (Regierungsrat in Stuttgart, geb. in Mömpelgard 5. März 1730, gest. in Stuttgart 15. März 1808) und Auguste Feuerlein geb. Fischer (geb. in Stuttgart 18. Dezember 1747, gest. ebenda am 11. Februar 1823).

Nach einem Beschluss des Familienrats vom 16. November 2019 können inzwischen auch Nachkommen der früheren Feuerlein-Vorfahren, die nicht direkt von den oben genannten Stuttgarter Stammeltern Feuerlein abstammen, Mitglied des Familienverbands werden, denn die Ursprünge der Stammlinie Feuerlein reichen bis ins 14. Jahrhundert in die Gegend um Nürnberg zurück.

Von den genannten Stammeltern Auguste und Carl Friedrich Feuerlein gab es zwölf Kinder, die ihrerseits die elf Stämme begründeten, in die sich der Stuttgarter Familienverband Feuerlein bis heute gliedert.

Der Verband geht auf Stiftungen zurück, die der 1821 verstorbene königlich württembergische Oberfinanzrat Rudolph Ferdinand von Feuerlein ins Leben rief. Durch die Stiftungen sollten unter anderem Familienmitgliedern ein Studium ermöglicht werden, die dazu finanziell nicht der Lage waren. Deshalb wurden Namenslisten geführt, die immer wieder erneuert wurden. Die erste Auflistung der Nachkommen des Regierungsrats Carl Friedrich Feuerlein stammte aus dem Jahre 1821, als Anhang zu den Familienstiftungen aus dem Jahre 1815 des Rudolf Ferdinand von Feuerlein.

Um den Kreis der Bezugsberechtigten festzuhalten, mussten alle Nachfahren des Carl Friedrich Feuerlein fortlaufend dokumentiert werden. Und so kamen immer wieder aktualisierte Verzeichnisse über diese Nachfahren heraus:

  • 1841 (Verfasser Gustav Feuerlein)
  • 1855 (Verfasser Pfarrer Roser)
  • 1869 (Verfasser Adolf Jäger)
  • 1920 (Verfasser Oberstudiendirektor Dr. Fink)
  • 1933 (Verfasser Pfarrer Theodor Schimpf)
  • 1966 (Verfasser Wilhelm Elben)
  • 2007 (Verfasser Andreas Abel)

Schon nach dem Ersten Weltkrieg hatten die Stiftungen bedingt durch die Hyperinflation von 1923 ihren eigentlichen Wert verloren.

Um den Zusammenhalt dennoch nicht zu verlieren, wurde schließlich 1933 der Familienverband gegründet.

Der Familienrat

Als Gremium zur Leitung des Familienverbands wurde 1933 ein „Familienrat“ eingerichtet, in dem Repräsentanten der elf Stämme vertreten waren, mit Professor Ludwig Feuerlein als erstem Vorsitzenden und Landgerichtsrat Walter Georg Roser als juristischem Berater.

Pfarrer Theodor Schimpf in Althengstett wurde zum Redakteur der Mitteilungen des Familienverbands Feuerlein ernannt. Er hat zu der Zeit 1600 Nachkommen der Stammeltern in den Stammtafeln erfasst. Zudem wurde er auch der Archivar des Familienverbands.

Der Posten des Kassenwarts wurde mit Carl Wergo aus Stuttgart besetzt.

Mitglieder des ersten Familienrats 1933 waren folgende Honoratioren:

  • Dr. Hans Steudel vom Stamm Auguste Heller
  • Dr. Arnold Elben vom Stamm Elben
  • Hermann Eisenlohr vom Stamm Emilie Vischer
  • Dr. Friedrich Neeff und Dr. Wilhelm Müller vom Stamm Emilie Pistorius
  • Carl Wergo vom Stamm Charlotte Wergo Landgerichtsrat Walter Georg Roser vom Stamm Luise Conradi
  • Pfarrer Theodor Schimpf vom Stamm Gustav Feuerlein
  • Professor Ludwig Feuerlein vom Stamm Willibald Feuerlein
  • Gewerbeschulrat Albert Seible vom Stamm Friederike Jäger
  • Professor Reinhold Hähnle vom Stamm Friederike Hoffmann
  • Stadtpfarrer Artur Eifert vom Stamm Adelgunde Hoffmann

Wie im Familienbuch von Andreas Abel aus dem Jahre 2007 dokumentiert ist, gibt es inzwischen mehr als 6000 Nachkommen über alle Stämme gerechnet, wobei es keine Rolle spielt, ob die Abstammung über eine männliche oder weibliche Linie erfolgte. Basierend auf dem Archiv seines Vorgängers Gerhard Schimpf hatte sich Andreas Abel in den vier Jahren von 2003 bis 2006 an die Arbeit gemacht und 2007 das Familienbuch mit einem Umfang von rund 1000 Seiten vorgelegt.

Die Mitgliedschaft im Familienverband wird durch schriftliche Anmeldung und Zahlung eines jährlichen Beitrags erworben. Die Mitglieder sind aufgefordert, alle seit der letzten Ausgabe der Stammtafeln Feuerlein eingetretenen oder künftig eintretenden Änderungen ihres Familienbestandes oder ihrer Anschrift umgehend dem Schriftführer des Familienrats mitzuteilen.

Die Jahresbeiträge unserer derzeit rund 200 Mitglieder werden zur Deckung der Unkosten der Verwaltung, zur Einrichtung des Familienarchivs und zu Zwecken familiengeschichtlicher Forschung verwendet.

Die Führung und Vertretung des Familienverbands Feuerlein obliegt seit 1933 dem Familienrat, in dem nach Möglichkeit weiterhin jeder Stamm durch mindestens eine Person vertreten sein soll.

Der Familienrat hat gemäß der Satzung ein Selbstergänzungsrecht und wählt alle drei Jahre aus seiner Mitte den Vorsitzenden sowie weitere wichtige Funktionsträger wie etwa Schriftführer und Kassenwart.

Der Familienrat überwacht das Verbandsvermögen und die Bewilligung der zur Erreichung der Verbandszwecke erforderlichen Ausgaben. Der Familienrat bereitet auch die Familientage vor, die in der Regel jedes Jahr im Sommer stattfinden. Der Familientag dient der Pflege des Familiensinns und dem „Miteinander-in-Fühlung-bleiben“ der Mitglieder des Familienverbands.

Öffentlichkeitsarbeit findet nicht in erster Linie und in groß angelegtem Umfang statt. Allerdings gibt es eine seit den Anfängen zunächst in loser Folge, inzwischen einmal jährlich erscheinende Mitgliederzeitschrift, die „Mitteilungen des Familienverbands Feuerlein“. In den „Mitteilungen“ wird z. B. über die Vorgänge und Veranstaltungen im Familienverband, über Ergebnisse der Familienforschung, die für die Fortsetzung der Stammtafeln wichtigen Familienereignisse sowie über das Leben herausragender Familienmitglieder berichtet. Die „Mitteilungen“ gehen allen Mitgliedern, die ihren Mitgliedsbeitrag bezahlt haben, unentgeltlich zu. Diese „Mitteilungen“ erfüllen in gewisser Weise die über die Familientreffen hinausgehenden gesellschaftlichen, kulturellen und erinnerungspflegenden Funktionen und können sowohl in der Württembergischen Landesbibliothek als auch im Stadtarchiv Stuttgart eingesehen werden.

Die „Mitteilungen“, die es nun seit rund 90 Jahren gibt, fördern also die Kenntnis der Familiengeschichte und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt. Mitglieder des Familienverbands können auch über die geschützten Seiten dieses Internetauftritts sämtliche Mitteilungen seit 1934 einsehen.

Ebenso wichtig wie die Mitteilungen ist das erwähnte und von Andreas Abel 2007 herausgebrachte Familienbuch, das alle Nachkommen des Stammelternpaars im genealogischen Zusammenhang auflistet und einige weitere interessante familiengeschichtliche Artikel enthält.

Es gibt auch Kontakte zu anderen Familienverbänden wie etwa dem Familienverband Hartmann oder dem Familienverband Roser.

Politische Interessen verfolgt der Familienverband Feuerlein nicht.

Die Vorsitzenden des Familienverbands Feuerlein

Der Musikprofessor Ludwig Feuerlein, Enkel des Stuttgarter Oberbürgermeisters Willibald Feuerlein und Urenkel des Stammvaters Carl Friedrich Feuerlein, gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Familienverbands am 29. Oktober 1933 und übte den Vorsitz bis zu seinem Tod 1946 aus.

Ihm folgte in den von großer Not geprägten Nachkriegsjahren stellvertretend bis 1949 der Landgerichtsdirektor Walter Georg Roser als Familienältester, ehe am 25. Juni 1949 Ludwig Feuerleins Sohn Walter Feuerlein zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde und fast 25 Jahre bis zu seinem Tod 1974 diese Funktion innehatte. Walter Feuerleins Zeit als Vorsitzender deckte sich mit dem ersten Vierteljahrhundert der Existenz und des Aufstiegs der jungen Bundesrepublik Deutschland. Für den Familienverband war diese Zeit geprägt durch das Sammeln und Aufbauen des durch den Zweiten Weltkrieg verlorenen Gedankenguts vergangener Generationen.

Von 1974 bis 1980 stand der evangelische Pfarrer Conrad Franke an der Spitze unseres Familienverbands und seit dem 15. März 1980 Werner Feuerlein, ein Sohn von Walter Feuerlein. Am 1. Juni 2023 erklärte Werner Feuerlein im Alter von 89 Jahren aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt vom Vorsitz, nach mehr als 43 Jahren. So lange hat diese Funktion keiner seiner Vorgänger ausgeübt. Leider ist Werner Feuerlein am 16. August 2023 kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben.

Auf der Sondersitzung des Familienrats am Rande des regionalen Familientags am 15. Juli 2023 in Nagold wurde Dietmar Bernlochner die Funktion des Vorsitzenden in der Nachfolge von Werner Feuerlein anvertraut.