Familienname

Die Vorfahren des Stammvaters Carl Friedrich Feuerlein lebten nachweislich im fränkischen Raum, so u.a. in Roth bei Nürnberg. Erstmalig wurden im Salbuch von Nürnberg der Bauer und Gastwirt Feyerle 1385 erwähnt. Es muss der einzige dieses Namens in Roth gewesen sein, da sonst auch sein Vorname vermerkt worden wäre. Seine Nachkommen leben in der Region und nennen sich in der fünften Generation Feyerlein. Der 1629 geborene spätere Prediger Conrad Feyerlein nimmt eine Namensänderung von Feyerlein in Feuerlein vor, um seinen Namen nicht von Feyer oder Müßiggang, sondern von Feuer und feurig sein herzuleiten. Dies drückt sich auch in einem auf allen Seiten Flammen strahlenden, bzw. brennendem Herz aus, das der spätere Vorsteher aller Nürnberger Kirchen und Bibliothekar der Stadt Nürnberg als sein persönliches Signet wählte.

(Aus einem Vortrag am 22.6.1991 von Jürgen Meine, Mitglied im Familienrat des Familienverbandes Feuerlein).

Wer war Carl Friedrich Feuerlein (5. März 1730 - 15. März 1808)?

Stammvater der Familie Feuerlein Regierungsrat des Herzogtums Württemberg Geheimer Kabinettssekretär

Herkunft

Carl Friedrich Feuerlein stammte aus der fränkischen Theologen- und Gelehrtenfamilie Feuerlein. Sein Vater Willibald Feuerlein ( 15. Dezember 1686;[1] † 19. August 1777) war herzoglich-württembergischer Regierungsrat in Mömpelgard und Stuttgart und verheiratet mit Rosine (Dorothea Eufrosina) Georgii ( 25. Oktober 1701; † 11. November 1788), der Tochter des Hofrats und Vogts Jacob Simon Georgii in Ansbach. Aus der Ehe von Carl Friedrich Feuerleins Eltern gingen noch eine ältere Schwester Eberhardine Friederica Magdalene Juliane ( 25. November 1726 in Mömpelgard) und ein jüngerer Bruder Johann Christian Leopold Feuerlein ( 1. Mai 1732 in Mömpelgard) hervor sowie eine weitere Schwester Johanna Justine Christiana, deren Geburtstag nicht überliefert ist.[2]

Werdegang

Carl Friedrich Feuerlein immatrikulierte sich am 25. April 1748 zum Studium an der Universität Tübingen. Im Immatrikulationsverzeichnis wurde als Herkunft Mömpelgard angegeben,[3] Residenz der württembergischen Grafschaft Mömpelgard, die mit dem Herzogtum Württemberg allerdings nur in Personalunion verbunden war, jedoch eine kleine lutherisch geprägte Enklave inmitten der katholischen Umgebung der 1678 französisch gewordenen Franche-Comté darstellte. Nach seinem Studium trat Carl Friedrich Feuerlein in den württembergischen Staatsdienst. Als württembergischer Staatsdiener hatte er am 22. Januar 1754 die Konkordienformel unterzeichnet.[4] Ab dem Jahre 1755 war er als Kanzleiadvokat unter dem Geheimen Rat Johann Eberhard Georgii (1694–1772) in Stuttgart tätig[5] und machte eine steile Karriere als Regierungsbeamter im Dienst des Herzogs Carl Eugen von Württemberg.[6] Im Siebenjährigen Krieg, in welchem Württemberg auf Seiten Frankreichs gegen Preußen und Großbritannien stand, erfolgte 1759 die Ernennung zum Auditor beim württembergischen Infanterie-Regiment Prinz Louis.[7] Im Jahre 1760 befand sich Carl Friedrich Feuerlein in preußischer Kriegsgefangenschaft.[8] Herzog Carl Eugen berief ihn 1763 von Paris aus zum Sekretariat der französischen Expeditionen.[7] Er wurde Sekretär des Präsidenten des Geheimen Rats und Staatsministers Friedrich Samuel von Montmartin. Nach der Entlassung Montmartins war Feuerlein seit 23. Juni 1766 Mitglied des geheimen immediaten Sekretariats[9] und ab Juli 1766 auch Geheimratsregistrator.

Württembergischer Geheimer Kabinettssekretär

Als langjähriger Geheimer Kabinettssekretär vom 5. Oktober 1766 bis 1. November 1793 besaß Carl Friedrich Feuerlein drei Jahrzehnte großen Einfluss auf die württembergische Regierungspolitik.[11] Das Geheime Kabinett (bzw. auch als die Geheime Kabinettskanzlei bezeichnet) war eine vergleichsweise junge Einrichtung des Herzogtums Württemberg, welches 1717 eingerichtet worden war und nach dem Tod Herzog Carl Eugens per Dekret vom 1. November 1793 aufgelöst wurde.

Nach der Entlassung des Staatsministers Friedrich Samuel von Montmartin im Jahre 1766 regierte der Herzog mit Hilfe der nun an oberster Stelle stehenden Geheimen Kabinettskanzlei. Diese bestand aus fünf Sekretären, deren Stellung zu jener Zeit gemäß dem Kabinettsystem praktisch der eines heutigen Ministers entsprach. Die Geheime Kabinettskanzlei setzte sich 1768 aus folgenden fünf Sekretären zusammen: Carl Friedrich Feuerlein, dessen Bruder Johann Christian Leopold Feuerlein (der lediglich von 1764 bis 1770 dazu gehörte), Philipp Friedrich Schmidlin, Rudolph Heinrich Stockmaier und Johann Gottfried Grimm.

Dienstreisen

Als herzoglich-württembergischer Geheimer Kabinettssekretär beteiligte sich Feuerlein an mehreren groß angelegten Reisen des Hofstaats. Bei der Reise vom Dezember 1766 bis Juli 1767 nach Italien wurden rund 231.000 Gulden ausgegeben. Vom 29. Juli bis 2. August 1768 war Feuerlein mit 425 Personen zum Schloss Grafeneck gereist, der Sommerresidenz des Herzogs. Bei der Reise nach Bad Teinach vom 7. Juli bis 2. August 1770 kamen 1200 Pferde zum Einsatz.[13] Im April 1784 reiste Carl Friedrich Feuerlein mit Herzog Carl Eugen anlässlich dessen bevorstehender Hochzeit mit Franziska von Hohenheim nach Mömpelgard. Carl Eugen ließ sich dort von seinem Bruder Friedrich Eugen und dessen Frau Friederike Dorothea beraten. Carl Friedrich Feuerlein arbeitete in dieser Zeit den Ehevertrag aus.

Freimaurer

Carl Friedrich Feuerlein wurde 1774 Mitglied der neu gegründeten Freimaurerloge Zu den 3 Cedern[15] in Stuttgart.[16] Jedoch beendete diese Loge ihre Aktivität zwei Monate vor dem herzoglichen Verbot der Freimaurerei in Württemberg 1784.

Regierungsrat

Mit der 1777 erfolgten Ernennung Friedrich Emich Johann von Uexküll-Gyllenbands zum neuen württembergischen Staatsminister trat die exponierte Bedeutung der Geheimen Kabinettskanzlei wieder etwas in den Hintergrund.

Mit dem Tod von Philipp Friedrich Schmidlin wurde Carl Friedrich Feuerlein per Dekret des Herzogs Carl Eugen (unterzeichnet in Hohenheim am 15. April 1786) zu Schmidlins Nachfolger als Senior der Geheimen Kabinettskanzlei sowie Registrator beim Herzoglichen Großen Orden.

Am 8. Juli 1788 erfolgte Feuerleins Berufung als Gelehrter in den württembergischen Oberrat, womit seit 1711 der Titel Regierungsrat verbunden war.[18][19]

Nach der im November 1793 erfolgten Aufhebung der Geheimen Kabinettskanzlei durch Herzog Ludwig Eugen blieb Carl Friedrich Feuerlein das Amt des Regierungsrats im Oberrat sowie die Position als Ordensregistrator im Wesentlichen unter Beibehaltung seiner bisherigen Bezüge.

Ordensregistrator

Als kurfürstlich-württembergischer Regierungsrat und Registrator der großen Ordenskanzlei verfasste Carl Friedrich Feuerlein 1803 eine Liste der Mitglieder des 1702 gegründeten Ritterordens von der Jagd, dem Vorläufer des Ordens der Württembergischen Krone.

[weiter lesen im Wikipedia-Artikel zu Carl F. Feuerlein]